Humanmedizin Medizinische Universität Wien

Tolles, interessantes aber zeitaufwändiges Studium

c12345, 22.07.2017 Bericht archiviert

Humanmedizin

Bewertung des Autors
4.0 / 5
  • Studieninhalte 4.0 / 5.0
  • Lehrveranstaltung 4.0 / 5.0
  • Dozenten 4.0 / 5.0
  • Organisation 4.0 / 5.0
  • Ausstattung 3.0 / 5.0
  • Campusleben 5.0 / 5.0
Alles in allem kann ich das Medizinstudium in Wien an der MUW auf jeden Fall weiterempfehlen! Sicher gibt es, wie wahrscheinlich in jedem Studium, Dinge die besser laufen könnten. Die Studieninhalte sind durchwegs interessant, auch wenn man sicher einen guten Teil davon in seinem Leben als Arzt nicht mehr brauchen wird. LVs können alles zwischen super und völliger Zeitverschwendung sein. Es stimmt, dass im Studium (abgesehen von den meisten Vorlesungen) 100% Anwesenheit verlangt wird. Verschieben und Nachholen geht meist leider schlecht, und selbst wenn, stehen die Ersatzleistungen häufig in absolut keinem Verhältnis zu der LV. Generell macht es allerdings auch einen großen Unterschied in welchem Jahr man sich befindet, deshalb hier eine kurze Auflistung (Stand: 2017): 1.Jahr: Im 1.Jahr werden die Basics unterrichtet. Anatomie, Physiologie, Histologie, Biochemie, Genetik, usw. Außerdem gibt es u.a. Praktika zu Erste Hilfe, Soziale Kompetenz (=Praktikum in einem Pflegeheim und Gesundenuntersuchung. Vorlesungen finden jeden Tag vormittags statt, Seminare ca. 2-3mal pro Woche (fast immer) nachmittags. Prüfungen gibt es am Ende des 1. und des 2.Semesters in Form der SIP 1a und 1b. Dazwischen immer mal wieder kleinere Tests (z.B: Histologie), die aber kein größeres Problem darstellen sollten. In Block 4 (Beginn des Sommersemesters) wird in Form von Seminaren mündlich geprüft, stark prüferabhängig, aber in der Regel auch recht easy. Zeitaufwand: gering-mäßig Lernaufwand: während dem Jahr eher gering, für die SIP mäßig-hoch nebenbei Arbeiten: definitiv möglich 2.Jahr: Das 2.Jahr zählt bereits zum klinischen 2.Studienabschnitt. Gelehrt werden die Fächer Pathologie, Pharmakologie, Endokrinologie, Kardiologie und Pulmologie. Außerdem gibt es zu Beginn des Wintersemesters einen Wissenschaftsblock, der eigenständig schriftlich geprüft wird. Im Sommersemester beginnt zusätzlich der Sezierkurs und man legt sein Famulaturpropädeutikum (schriftliche + mündliche Prüfung) ab, nach welchem man mit den Famulaturen (Praktika im Krankenhaus) beginnen kann. Das Wintersemester ist ab Dezember relativ stressig, im Jänner finden die gefürchteten Block 9 Pharmakologieseminare statt, die fast ausschließlich sehr streng geprüft werden. Pharma wird außerdem noch im Sommersemester geprüft, der Sezierkurs findet wöchentlich einmal nachmittags statt und es gibt regelmäßig mündliche Leistungsüberprüfungen. Es gibt nur eine SIP die Ende des Jahres stattfindet. Zeitaufwand: hoch Lernaufwand: sehr hoch, dafür ist die SIP recht einfach nebenbei arbeiten: eher schwierig, aber nicht unmöglich. Nacht- und Wochenenddienste sind sowieso immer möglich, bei dem Lernaufwand allerdings nicht unbedingt empfehlenswert. Meistens hat man zumindest 1-2 Tage die Woche frei, gilt aber nicht für alle Wochen (z.B. im Jänner). Nach dem 2.Jahr kann man mit den Famulaturen beginnen, dabei arbeitet man für min. 2 Wochen an einer Abteilung seiner Wahl in den Ferien mit (25h / Woche). Tätigkeiten sind dabei meist Blutabnahmen, Aufnahmen, OP-Assistenz, etc. 3.Jahr: Im 3.Jahr werden die Fächer Gastroenterologie, Nephrologie, Gynäkologie, Pädiatrie, Urologie, HNO, Auge und Neuro gelehrt. Es gibt wieder einen Wissenschaftsblock im Sommersemester. Der Sezierkurs geht das ganze Jahr durch. Während das Wintersemester relativ chillig ist (abgesehen vom Sezierkurs und Gyn) ist das Sommersemester wieder sehr stressig. Pharmakologie und Physiologie werden in HNO, Auge und Neuro geprüft und zählen zu den eher schwierigeren Seminaren des Studiums. Zeitaufwand: hoch Lernaufwand: hoch nebenbei arbeiten: möglich 4.Jahr: Das 4.Jahr ist nach den stressigen Jahren davor fast wie Urlaub. Gelehrt werden Public Health/Epidemiologie, Schmerz und Anästhesie, Dermatologie, Chriruge, Innere Medizin und Psychiatrie. Abgesehen von Pharmakologie im Schmerzblock wird praktisch nicht geprüft. Die SIP findet bereits im Februar statt. Das Sommersemester besteht eigentlich nur aus dem Psych-Block, der bis ca. Mitte April dauert, danach gibt es einige wenige 1-tägige Praktika die man sich selbst einteilen kann. Ende des Sommersemesters findet die zweite praktische Prüfung neben dem Famulaturpropädeutikum statt: OSCE. Im OSCE werden 11 Stationen geprüft (u.a. Gyn, Reanimation, EKG, Ultraschall,...), der Lernaufwand ist trotzdem nicht besonders hoch und die Durchfallquote liegt seit Jahren bei 1%. Zeitaufwand: gering Lernaufwand: abgesehen von der SIP gering nebenbei arbeiten: gut möglich 5.Jahr: Das 5.Jahr zählt zum 3.Studienabschnitt. Das Jahr wird nicht mehr in Blöcke, sondern in Tertiale unterteilt: Notfall- und Intensivmedizin, Pädiatrie, Psychiatrie, Gynäkologie, HNO und Augenheilkunde sowie Neurologie. Ein Tertial dauert ca. 6 Wochen und umfasst Vorlesungen, Seminare und 3 Wochen klinisches Praktikum. Der Zeitaufwand variiert stark, von manchmal nur vormittags bis vormittags + nachmittags, teilweise mal eine Woche frei. Geprüft wird 2 mal im Jahr mündlich in gelosten Fächern. Am Ende des Jahres findet die letzte SIP des Studiums statt. Lernaufwand: gering-mäßig, SIP: hoch Zeitaufwand: hoch, sehr viel Anwesenheitspflicht nebenbei arbeiten: sehr schwieirig 6.Jahr = klinisch praktisches Jahr, kurz: KPJ. Ein 48-wöchiges Praktikum im Krankenhaus (35h/Woche + Nachtdienste). Die genauen Fächer und das Lehrkrankenhaus kann man sich bis zu einem gewissen Grad selbst aussuchen. Der Lernfaktor und die Qualität hängen sehr stark von Station und Personal ab, aber natürlich auch wie motiviert man selbst ist. Am Ende des 6.Jahres gibt es eine Abschlussprüfung, die Return-Week. Lernaufwand: gering Zeitaufwand: sehr hoch nebenbei arbeiten: kaum möglich, ABER das KPJ wird in nahezu allen Krankenhäusern in Österreich mit 600€ brutto/Monat bezahlt. bzgl. Arbeiten: Ob und wie viel man neben dem Medizinstudium arbeiten kann hängt stark davon ab, was man arbeitet und wie viel Schlaf man braucht. Ich persönlich habe vom 2.-5.Jahr in einer Ordination mitgearbeitet. Das war 1 Tag/Woche und im 5. Jahr 2x1/2 Tag. Das war meist ganz gut möglich. Ich kenne aber auch Kollegen die von Jahr 1-6 berufstätig waren und sich ihr Studium mit Nacht- und Wochenenddiensten finanziert haben. Also nebenbei Arbeiten ist in keinem der 6 Jahre unmöglich, aber sicher weitaus schwieriger als in anderen Studiengängen.

Pro: Studieninhalt, tlw. sehr gute Dozenten

Kontra: 100% Anwesenheitspflicht, hoher Zeitaufwand

c12345 (14-25)

Karrierestufe: Student

Humanmedizin

Medizinische Universität Wien

Abschluss: Ich studiere noch

Studienbeginn: 2013

Weiterempfehlung: Ja

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Aktuelle Bewertungen des Lehrgangs

Vor- und Nachteile 3.0 / 5.0
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