Humanmedizin Medizinische Universität Wien

Medizinstudium in Österreich? Geh' nach Graz!

Sophie, 08.06.2017

Humanmedizin

Bewertung des Autors
2.7 / 5
  • Studieninhalte 3.0 / 5.0
  • Lehrveranstaltung 2.0 / 5.0
  • Dozenten 4.0 / 5.0
  • Organisation 1.0 / 5.0
  • Ausstattung 3.0 / 5.0
  • Campusleben 3.0 / 5.0
Du willst Medizin in Österreich studieren? Dann mache bitte nicht denselben Fehler wie ich und bewirb dich in Graz anstatt in Wien (oder Innsbruck; das Studium dort soll meinen Informationen nach sehr ähnlich aufgebaut sein wie in Wien)! Trotz zahlreicher motivierter Lehrender und der Spitzenmedizin am AKH im Hintergrund ist das organisatorische Chaos dieser Uni kaum zu überbieten - hier ein paar Beispiele: Was sich in der Theorie gut anhört, wie im Studyguide nachzulesen entpuppt sich in der Praxis als bürokratischer Wahnsinn: #) anwesenheitspflichtige, mehrstündige Vorlesungen, die sich von einer ordinären (nicht-anwesenheitspflichtigen) Vorlesung einzig und allein durch das Detail unterscheiden, dass sie unter dem irreführenden Titel "Seminar" im Stundenplan eingetragen sind und in denen stündlich Anwesenheitslisten herumgereicht werden. In der Praxis sitzen oft gerade einmal 50% der eigentlich vorgesehenen Anzahl an Studierenden im Hörsaal, aber die Unterschriftenliste ist trotzdem immer voll; es ist alles Lug und Trug und es ist allen vollkommen egal, ob du tatsächlich dort warst oder nicht, Hauptsache, deine Unterschrift (oder die irgendeiner anderen Person, so genau wird das nicht nachgeprüft) findet sich neben deinem Namen in deiner Zeile. #) Bürokratie-Wahnsinn mit diversen Unterschriftenkatalogen, die in den Tertialen abzuarbeiten sind - in der Praxis wird alles vom Chef der Abteilung am letzten Tag pauschal abgezeichnet, Lerneffekt = 0. Im KPJ ist alles noch viel schlimmer und es gibt eine ganze Mappe anzufüllen. #) der gesamte Prüfungsstoff des ganzen Jahres wird an einem einzigen Tag am Ende des Studienjahres in einem Multiple-Choice-Test abgefragt; Bulimie-Lernen und anschließendes ausk*tzen des zuvor Gelernten bei ca .90% der Studierenden inkludiert. #) es wird grundsätzlich immer, wenn Anwesenheitspflicht herrscht (und das ist ziemlich oft im Studium) 100% Anwesenheit verlangt; Stunden nachholen ist schwierig bis unmöglich und die verlangten Ersatzleistungen sind dem tatsächlichen "Arbeitsaufwand"für die Lehrveranstaltung völlig unangemessen. Die ÖH ist bemüht, aber letztlich machtlos gegen diesen Moloch; wenigstens für die ersten Jahre ist es kürzlich gelungen, die Jahresprüfung auf halbjährliche Termine aufzuteilen. Bitte, bitte, liebe Leute, geht nach Graz! Ich bereue jeden Tag, dass ich den Fehler gemacht habe, Medizin in Wien zu studieren.

Pro: Kompetente Lehrende, Stadt Wien

Kontra: Als Seminar getarnte anwesenheitspflichtige Vorlesungen, in Seminaren 100% Anwesenheitspflicht mit völlig überzogenen Ersatzleistungsforderungen, ineffizientes Prüfungssystem

Sophie (14-25)

Karrierestufe: Student

Humanmedizin

Medizinische Universität Wien

Abschluss: Ich studiere noch

Studienbeginn: 2009

Weiterempfehlung: Nein

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Sehr gute Erfahrung 4.2 / 5.0