Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau TU Wien

Hart, härter, TU Wien

Studi, 18.01.2020

Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau

Bewertung des Autors
2.8 / 5
  • Studieninhalte 3.0 / 5.0
  • Lehrveranstaltung 3.0 / 5.0
  • Dozenten 3.0 / 5.0
  • Organisation 3.0 / 5.0
  • Ausstattung 2.0 / 5.0
  • Campusleben 3.0 / 5.0
An der TU wird einem kaum etwas geschenkt und schon gar nicht im Bachelor. Jene, die nach Erhalt der Matura glauben, sie seien ein mathematisches Genie und würden das Studium ja sowieso in Mindeststudienzeit erledigen, den kann ich sagen: Verabschiedet euch von dem Gedanken und verabschiedet euch von der Wunschvorstellung, dass ein TU-Studium ja sowieso nur 3 Vorlesungen in der Woche sind, ein wenig Nacharbeit und ansonsten nur Party. Gerade der Maschinenbauteil ist ein Vollzeit- und Knochenjob. Wochenenden kann man größtenteils vergessen. Bis zur Mitte des Bachelors geht es eigentlich nur darum, die Spreu vom Weizen zu trennen. Mechanik 1 und 2, Maschinenelemente VO und UE, Mess- und Schwingungstechnik, Mathematik sind nur einige der Fächer, an denen sich von viele die Zähne ausgebissen haben. Diese in Mindeststudienzeit zu erledigen, ohne eine davon zu vermasseln, bedarf mehr als nur wochenlanger Vorbereitung, sondern auch Glück. Oft bestimmt Willkür, ob man besteht oder nicht. Da hilft bei der Prüfungseinsicht auch kein Nachverhandeln, keine Diskussion und kein Betteln. Wer das schaffen will, braucht echtes Durchhaltevermögen und eisernen Willen, von Beginn an. Richtung Ende es Bachelors und gerade im Master können viele Fächer dann selbst, entsprechend der eigenen Interessen, aus einem Katalog gewählt werden, was die Lust dann auch wieder deutlich steigert! Die Professoren und Professorinnen sind vom Fach und kennen sich über ihr Kerngebiet hinaus sehr gut mit der Materie aus, nur sind viele nicht fähig das auch verständlich rüberzubringen, sodass vieles in Eigenarbeit erlernt werden muss. Dazu gehören auch Dinge, die eher unnötig sind und zukünftig keine Anwendung mehr finden. An der Organisation der Lehrveranstaltungen kann ich eigentlich nicht viel Kritik üben, denn zum einen bietet das TISS einen guten Überblick über den Studienaufbau, die LVAs, die Prüfungsmodalitäten, den eigenen Studienfortschritt und sonstige Services. Zum anderen wird im Allgemeinen vom Lehrpersonal darauf hingewiesen, was von den Studenten erwartet wird und das entspricht dann auch meist der Wahrheit. Man sollte jedoch nicht erwarten, dass man als Student irgendeine Art von Mitspracherecht oder Gehör an den entscheidenden Stellen finder. Auf die oft berechtigte Kritik an den hohen Prüfungsanforderungen, wird meist gar nicht reagiert, außer win Prüfungsergebnis wird mal im Standard veröffentlicht ;) Das Credo lautet demnach generell: Hier ist deine Immatrikulationsnummer (deine neue Identität ^^) und hier deine fünf Versuche pro Prüfung (bei den STEOP-Fächern nur drei Versuche). Friss oder stirb. Viel Glück. Wichtig ist darüber hinaus, Kontakte und Freundschaften zu knüpfen. Mal davon abgesehen, dass das Studium ohne Unikollegen sowieso keinen Spaß machen kann, sind diese auch wichtige Verbündete, welche einem relevante Informationen und Unterlagen zu Prüfungsvorbereitungen zukommen lassen, über LVAs fürs einfache Punkte-Sammeln informieren oder gemeinsam mit euch Hausübungen erarbeiten. Wenn man das alles jedoch übersteht und erfolgreich hinter sich gebracht hat, der hat eine fundierte und solide Ausbildung genossen, kann Aufgaben strukturiert analysieren und bearbeiten und ist hinsichtlich der eigenen Persönlichkeit weit über sich hinaus gewachsen. Man wundert sich beispielsweise im Arbeitsleben neben dem Studium, wie besonnen man selber in vielen Situationen agiert, wenn bereits alle anderen gestresst und überfordert herumrennen. Durch das jahrelange Ackern, Hetzen, Verzweifeln und doch immer wieder Aufstehen, hat die TU wunderlicher Weise die Eigenschaft, einem einen irrsinnig harten Panzer und eine gewisse Art von Galgenhumor zu verleihen, die spätere Krisenmomente weit weniger schlimm erscheinen lassen. Mein Fazit lautet somit: Wenn es einen wirklich interessiert und es unbedingt eine Universität sein soll, der kann sich gut und gerne auf das Wagnis einlassen. Allen anderen sollten sich dann eher an die Fachhochschule(n) halten. Der Prüfungsstoff ist deutlich einfacher und praxisbezogener und man wird schneller fertig.

Pro: Guter Zusammenhalt unter Studenten, interessante Masterfächer, fachlich qualifiziertes Personal

Kontra: Sehr hohe Anforderungen, hohes Maß an Theorie, Glück als wichtiger Faktor

Studi (26-30)

Karrierestufe: Student

Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau

TU Wien

Abschluss: Ich studiere noch

Studienbeginn: 2013

Weiterempfehlung: Ja

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