Transkulturelle Kommunikation Uni Wien

Nur was für trockene Theoretiker

Kristin, 03.01.2022

Transkulturelle Kommunikation

Bewertung des Autors
2.8 / 5
  • Studieninhalte 3.0 / 5.0
  • Lehrveranstaltung 2.0 / 5.0
  • Dozenten 4.0 / 5.0
  • Organisation 4.0 / 5.0
  • Ausstattung 1.0 / 5.0
  • Campusleben 3.0 / 5.0
Vorneweg: Ich selbst studiere den BA Transkulturelle Kommunikation im dritten Semester mit den Arbeitssprachen Deutsch und Spanisch; ich plane, das Studium abzuschließen und habe bisher alle Lehrveranstaltungen bestanden. Gleichwohl werde ich mich nur zu bestimmten Aspekten äußern können, da ich bisher dank Corona ausschließlich online studiert habe (die Bewertung beim Campus-Leben ist also nur, weil man das Dokument sonst nicht abschicken kann). Dennoch möchte ich einige Punkte anmerken, die man beachten sollte, bevor man dieses Studium antritt 1) Die Lage. Das ZTW (Zentrum für Translationswissenschaft) ist relativ weit ab vom Schuss gelegen und dazu äußerst schlecht ausgestattet. Das Gebäude ist alt und lieblos, ein typischer 70er-Jahre-Klotz, der die Geringschätzung den Studenten gegenüber ausdrückt. Die Bibliothek ist ein Witz, Sitzgelegenheiten wackelig bis nicht vorhanden, es gibt nicht einmal eine Cafeteria. Man sollte sich also glücklich schätzen, wenn man noch Online-Kurse erwischt und da nicht hinfahren muss. 2) Die Dozenten haben sehr unterschiedliche Ansprüche an ihre Studierenden und scheinen sich schlecht abzusprechen, zumindest hatte ich diesen Eindruck bei meinen Spanisch-Dozenten. Vielleicht sieht das in anderen Sprachen noch anders aus. Während die einen mit uns Grundlagen machten, haben die nächsten erwartet, dass wir lyrische Feinheiten und konnotative Unterscheidungen versch. Verben erkennen können. Es war sehr inhomogen; manche Veranstaltungen bestand ich ohne viel Zutun mit Bestnoten und durch andere, eigentlich verwandte Veranstaltungen, rasselte ich zwei Mal durch. Anmerkung für Online: Der Einsatz der Lehrkräfte ist sehr unterschiedlich. Von wöchentlichen Aufzeichnungen mit Folien und Fragestunden bis hin zu "Lesen Sie einfach die Texte und dann schreiben wir in drei Monaten eine Klausur" (wobei letztendlich auch Inhalte gefragt wurden, die als nicht prüfungsrelevant gekennzeichnet waren) war alles dabei. Und dann gibt es noch die besonders Charmanten, die zum Ende jeder Vorlesung bekräftigen, man solle ihnen keine E-mails schreiben, da sie eh nicht darauf antworteten, und dann für die Online-Einheiten einen Exoten namens "Paella-Player" verwenden, der keine Chat-Funktion hat, um auch ja die Studenten ohne Kontakte allein zu lassen. Wohlgemerkt: Das war eine SETOP-Veranstaltung. 3) Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, wirklich relevante Spracharbeit im Bachelor machen zu dürfen. Zum Master kann ich nichts sagen, aber anscheinend geht es da dann erst "so richtig los" - also ist der BA ungeeignet für Leute, die vielleicht "nur" einen Bachelor absolvieren wollen. Für einen Eindruck: Meine Arbeitssprachen sind Deutsch und Spanisch. Letztes Semester hatte ich vier Veranstaltungen auf Spanisch, zwei auf Deutsch eine auf Englisch Dieses Semester (drittes) habe ich eine auf Spanisch eine auf Englisch zwei auf Deutsch Und das, obwohl ich kein Englisch studiere. Die fremdsprachigen Vorlesungen sind wirklich sehr rar gesät und mit Hausarbeiten oder gar mündlichen Anstrengungen kann man nicht rechnen - was die einen loben, wird für die anderen schade sein. Stattdessen kann man sich auf zwei fast deckungsgleiche, viel zu detaillierte Lehrveranstaltungen mit dem Kernelement "So funktioniert maschinelle Translation" freuen und einer Vorlesungen über Fachkommunikation lauschen, die so theoretisch, sinnbefreit und langweilig ist, dass das Interessanteste daran ist, sich die gesamten 90min zu fragen, was zur Hölle acht verschiedene Ansätze zur Gliederung von Fachsprache mit dem Studium zu tun haben - wobei in der Lehrveranstaltung selbst auch gesagt wird, dass das eine Aufgabe für Linguisten ist. 4) Organisatorisch sind es die üblichen Probleme der Uni Wien; immer knappe Plätze in Übungen und jedes Semester bangen, ob man da rein kommt oder es nächstes Semester nochmal probiert - und dann wieder bangen muss. Allgemein ein trockenes, sprachfremdes und theoretisches Studium. Und mir ist durchaus bewusst, dass Studien theoretischer sind als Fachholschulgänge - doch wenn das ZTW schon mit seinem hohen Praxisbezug wirbt, dann wünsche ich mir auch, etwas davon zu spüren. Doch das Einzige, das ich spüre, ist, dass mein Spanisch sich durch die mangelnden Einsatzmöglichkeiten eher verschlechtert als verbessert.

Pro: z.T. gute Organisation des Online-Studiums

Kontra: viel zu wenig Sprachen für Sprachstudium, ungemütliche Lernumgebung

Kristin (14-25)

Karrierestufe: Student

Transkulturelle Kommunikation

Uni Wien

Abschluss: Ich studiere noch

Studienbeginn: 2020

Weiterempfehlung: Nein

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Aktuelle Bewertungen des Lehrgangs

Studium top, ZTW flop 2.7 / 5.0
Zu hohe Vorraussetzungen 4.2 / 5.0
Erfahrung BA Studium Transkulturelle Kommunikation 3.7 / 5.0
Unausgereift 2.0 / 5.0
Allles in allem super 3.3 / 5.0
Unpersönlichste und hässlichste Uni der Welt 2.7 / 5.0
Interessant, aber ohne zukünftige Jobchancen 3.7 / 5.0
Unpersönlich & keine eigene Beteiligung 2.2 / 5.0
UNBEDINGT ABZURATEN 1.0 / 5.0
Unnötige Zeitverschwendung 1.5 / 5.0