Softwareentwicklung - Wirtschaft TU Graz

Umfangreiches Vorwissen nötig

Johannes, 10.07.2020

Softwareentwicklung - Wirtschaft

Bewertung des Autors
2.8 / 5
  • Studieninhalte 2.0 / 5.0
  • Lehrveranstaltung 2.0 / 5.0
  • Dozenten 3.0 / 5.0
  • Organisation 4.0 / 5.0
  • Ausstattung 3.0 / 5.0
  • Campusleben 3.0 / 5.0
Das Studium Softwareentwicklung-Wirtschaft an der TU Graz hält nicht, was es verspricht. Die TU präsentiert dieses Studium gerne als einsteigerfreundlich und praxisnahe, was aber mit der Realität nicht viel zu tun hat. Während man in den ersten beiden Semestern schon die Grundlagen der Programmierung (in C/C++) lernt, steigen ab dem dritten Semester die Programmieranforderungen deutlich an und als Programmieranfänger kommt man nicht weit, nur mit dem Wissen aus dem ersten Jahr. Generell verlangen die meisten Lehrveranstaltungen sehr viel Selbststudium, es gibt selten Erklärungen, was man denn jetzt genau machen soll und gute Unterlagen sind Mangelware. Programmierprojekte laufen üblicherweise so ab, dass man einen Link auf das Framework bekommt, eine Folie, die die Aufgaben spezifiziert und eine Frist von ein paar Wochen. Damit ist die Lehre erledigt und man kann nur hoffen, dass irgendwer in der eigenen Projektgruppe schon woanders programmieren gelernt hat. Es wird nur gesagt, was man machen soll, aber nicht erklärt wie. Inhaltlich wirkt das Studium ein bisschen verstaubt, am häufigsten verwendet wird C/C++ und ein starker Fokus liegt auf der Systemprogrammierung. Dazu kommt natürlich noch ein großer Teil des Studiums der sich mit Mathematik und Statistik beschäftigt. App- und Web-Entwicklung findet nur ganz am Rande statt, Algorithmen und Datenstrukturen ist da schon deutlich umfangreicher. Wer Softwareentwicklung an der TU Graz studieren will, sollte sich klar darüber sein, dass es sich dabei um ein klassisches Informatikstudium handelt, mit der üblichen Mathematik und Theorie, dem etwas BWL hinzugefügt wurde. In der Theorie keine schlechte Mischung, aber an der Umsetzung mangelt es gewaltig. Es gibt zum Beispiel keine Lehrveranstaltung, die sich mit Design-Patterns beschäftigt, einem Kerngebiet der Softwareentwicklung. Ebenso wenig wird man ein kompetenter Programmierer, wenn man nicht neben dem umfangreichen Arbeitsaufwand des Studiums noch privat ein paar Programmierprojekte laufen hat. Der Lernprozess ist sehr ineffizient im Vergleich zu Fachhochschulen. Im Vergleich zu anderen Universitäten hingegen macht die TU Graz trotzdem vieles richtig. Es gibt ein hervorragendes Lernzentrum, das relativ gut zu erreichen ist, wo fast immer Platz ist für Gruppenarbeiten oder Selbststudium. Auch bekommt man immer einen Platz in der gewünschten Lehrveranstaltung, die Anmeldung geht problemlos über das erstklassige TUGonline und die TU-Verwaltung ist schnell und freundlich. Das Verhältnis zu den Professoren ist gut, diese sind bei Prüfungen eigentlich immer korrekt, weder wird einem etwas geschenkt, noch gibt es Prüfungen, die nur darauf aus sind Studenten hinauszuprüfen. Das Niveau ist hoch, aber (fast) nie unfair. Die Forschung an der TU Graz ist hochklassig und international anerkannt. Trotz des Namens ist das Studium keine Berufsausbildung zum Softwareentwickler, sondern eher eine recht willkürlich gewählte Zusammenstellung von informatiknahen Fächern ohne roten Faden. Das mag ideal sein für HTL-Absolventen, die bereits Berufserfahrung haben und tief in die Theorie eintauchen wollen, wer Programmieren und Softwareentwicklung von Grund auf lernen will, sucht sich lieber etwas anderes.

Pro: Gutes Lernzentrum, Reputation der TU Graz

Kontra: Programmieren wird nur in Grundzügen gelehrt, wenig Berufsrelevantes, lange Studiendauer

Johannes (26-30)

Karrierestufe: Student

Softwareentwicklung - Wirtschaft

TU Graz

Abschluss: Ja

Studienbeginn: 2013

Weiterempfehlung: Nein

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