Recht und Wirtschaft Uni Salzburg

Unorganisiertes Studium

Chris, 23.05.2020

Recht und Wirtschaft

Bewertung des Autors
2.2 / 5
  • Studieninhalte 2.0 / 5.0
  • Lehrveranstaltung 2.0 / 5.0
  • Dozenten 2.0 / 5.0
  • Organisation 1.0 / 5.0
  • Ausstattung 1.0 / 5.0
  • Campusleben 5.0 / 5.0
Im vorhinein entschuldige ich mich schon für etwaige Rechtschreib- und Beistrichfehler, hab das ganze hier in 15 Minuten zusammengeschrieben und nicht mehr nachkorrigiert. Das R&W-Studium in Salzburg gilt als das beste Studium um in wirtschaftlichen Tätigkeitsbereichen eine gute Aussicht zu haben bzw. sich am Arbeitsmarkt abzuheben. Immer wieder wird (auch vom Lehrpersonal) erwähnt wie toll dieses Studium nicht ist. Das mag auch so sein, jedoch ist der Weg bis dort hin steinig und wird von Semester zu Semester dank chaotischer Studienplanänderungen stetig undurchsichtiger und schwerer zu bewältigen. Um diese Punkte einmal allgemein zu nennen: Mittlerweile wurde der Studienplan innerhalb von 3 Jahren vier mal geändert. Zuerst wurde die Einstiegsphase im wirtschaftlichen Fachbereich von der A-BWL (Prüfung aus mehreren Teilgebieten wie z.B. OPM - KORE etc) in einzelne Prüfungen geändert. Somit war zwar ein besserer Einblick in die Materie möglich jedoch wurde nun extrem genau geprüft (im Gegensatz zur vorherigen A-BWL Prüfung die eher oberflächlich war). Außerdem muss man nun extrem viel Zeit aufwenden da mit der 2 Studienplanänderung beschlossen wurde, die nun zu absolvierenden Vorlesungsprüfungen der jeweiligen wirtschaflichen Fächer der A-BWL, nur noch in bestimmten Semestern anzubieten. So wird beispielsweise Bilanzierung VO oder Bilanzanalyse VO nur noch im Wintersemester angeboten und Kostenrechnung bzw. OPM nur noch im Sommersemester angeboten. Zusätzlich werden die zwei Volkswirtschaftsfächer Mikro- und Makroökonomie ebenfalls nur jeweils in einem der beiden Semester angeboten - bedeutet schafft man eine VO nicht nicht (egal ob zeitbedingt oder notenbedingt) heißt es warten. Anfangs ist das noch nicht so dramatisch, da es noch andere Kurse gibt die absolviert werden können, jedoch kenne ich Studenten die nur noch auf 1-2 dieser Prüfungen warten und deswegen ihr Studium erst ein Jahr später beenden können. Bevor man sich jetzt aber fragt, wieso dies alles so schlimm ist - All diese Fächer sind wiederum Voraussetzung um andere Fächer absolvieren zu dürfen - z.B. Kann man seine Spezialisierung in der BWL nicht beginnen, wenn das jeweilige Proseminar bzw. die Vorlesung fehlt - Fehlt Mikro- oder Makro kann man wiederum nicht die Spezialisierung der VWL absolvieren. Zusätzlich benötigt man jedoch auch noch alle Wirtschaftsfächer (VO+PS) um seine zweite Bachelorarbeit schreiben zu dürfen. Begründet wurde dies eigentlich nie, jedoch hört man immer wieder dass somit stellen der Ass. abgebaut werden sollten da der R&W-Studiengang zu viele Angestellte hätte - ob das wirklich so stimmt kann ich jedoch nicht bestätigen. Kommen wir zur dritten Studienplanänderung: Hier wurde nun auch noch beschlossen, dass man die Prüfungsantritte der jeweiligen Proseminare von 3 Antritten im Semester auf nur noch einen reduziert. Proseminar im wirtschaftlichen Abschnitt sind - im Gegensatz zu denen in der rechtlichen sparte - um einiges zeitaufwendiger bzw. arbeitsaufwendiger. in den meisten Proseminaren gilt eine hohe Anwesenheitspflicht. Ebenso müssen fasst in jedem PS eine sehr hohe Menge an Arbeitsaufträgen erfüllt bzw. zur Selbstpräsentation an der Tafel vorbereitet werden (was an sich nicht schlecht ist, da man sich andauernd auf das Fach vorbereitet und folglich "immer am Ball bleibt" ). Jedoch ist z.B. in Mikro (GK keinPS deshalb 3 Prüfungsantritte) dieses ganze System wiedermal chaotisch und einfach nur unlogisch. In diesem Kurs müssen nämlich Beispiele vorbereitet werden, die dann an der Tafel ohne seine eigenen Unterlagen gelöst werden müssen. Hierzu wird eine Liste der Beispiel und allen Namen der Studenten durchgegeben, die die jeweiligen Studenten des Kurses unterschreiben müssen und ankreuzen sollen welche Beispiele sie denn nun können. Ein zufälliger Student aus der Gesamtheit wird dann ausgewählt, der nun an die Tafel kommen muss und einfach nur hofften kann das Beispiel relativ auswendig zu können ohne möglichst aufzufallen da sonst noch "genauer" nachgefragt wird (teilweise haben diese Zusatzfragen gar nichts mit den Beispielen zu tun ). Kreuzt man keine dieser Beispiele an bekommt man keine Mitarbeitspunkte wobei man diese insbesondere in Mikroökonomik und den VWL Spezialisierungen unbedingt haben muss um zu bestehen. Beispielsweise bekommt man pro angekreuzter Aufgabe in Mikro einen Punkt (Pro Einheit ca. 6 Beispiele), wobei ein kompletter Punkt für den "Endklausur" erst ab z.B. 15 Punkten gegeben wird. Alle 5 erreichbaren Punkte erhält man ab 27 Punkten. Diese 5 Punkte benötigt man dringend da die schriftliche Klausur (multiple Choice) sonst teilweise unmöglich ist (was vom Lehrpersonal auch immer sehr betont wird), da diese 15 Punkte bringt und zur positiven Kursabsolvierung 10 Punkte benötigt werden. Wenn also die 5 Mitarbeitspunkte nicht erreicht wurden benötigt man folglich mehr Punkte in der Klausur, im schlimmsten Fall 10/15. Dies ist fast unmöglich, da es diese Prüfung wirklich in sich hat, jedoch kenne ich auch Studenten die sogar das bewältigt haben indem sie nur Altklausuren gelernt haben und einer der drei Prüfungstermine genau diese Fragen beinhaltete, wobei die Chance es so durch den Kurs zu schaffen sehr sehr gering ist. Die vierte Studienplanänderung fand im juristischen Fachbereich statt. Diese Änderungen sollten es den Studierenden einfacher machen die jeweiligen Fachprüfungen besser zu schaffen. Beispielsweise wurden nun in Arbeitsrecht Proseminare eingeführt, die entweder (wie in Finanzrecht) die Fachprüfung ersetzen sollten bzw. vor dieser stattfinden um eine bessere Vorbereitung zu gewährleisten. Meist ist das jedoch nicht der Fall und schafft wiederum neue Hürden ,da z.B. wieder in Finanzrecht die Fachprüfung in PS und VO aufgeteilt wurden, wobei die VO erst besucht werden kann wenn das PS abgeschlossen wurde. Das die "Durchfallquote" in Finanzrecht in Salzburg immer schon bei mindestens 85 % gelegen hat ist kein Geheimnis mehr, dass jedoch dieses Proseminar die gleiche Durchfallrate beinhaltet obwohl sie doch die Sache vereinfachen sollte ist dann doch eher lächerlich (und das bei einer ECTS Anzahl von nur 2 Punkten). Generell wird jedoch der Jus-Teil (ECTS-technisch und auch schwerpunktmäßig) höher bewertet als der Wirtschaftsteil ,wobei dies meiner Meinung nach genau umgekehrt sein sollte. Zur Veranschaulichung: Die OPM VO Klausur bringt lediglich 1,5 ECTS (Bilanzanalyse gar nur 1 ECTS) wobei hier die vorbereitungszeit mindestens 3-4 ECTS entsprechen würde genau so bei manchen Proseminaren (z.B. Bilanzierung oder Investition) die 3 ECTS wert sind aber durch die Beispielvorbereitung und -nachbereitung mindestens 6 ECTS wert wären. Im Jus-teil ist dies jedoch (mit der ausnahme von Finanzrecht) nicht der Fall z.B. bringt selbst in der STEOP die Einführung in das öffentliche Recht 7 ECTS wobei dies wirklich ohne Relation zu den wirtschaftlichen Fächern steht. Oft kommt mir die Kursverteilung (in punkto ECTS) ist einfach aus Jus übernommen worden, wobei man geschaut hat wo man ECTS kürzen kann um noch ein paar wirtschaftliche Fächer ins Studium werfen zu können. Was man in diesem Kurs auch merkt ist die (leider) viel zu juristische Schwerpunktlegung. Ich selbst habe mich damals für das R&W Studium angemeldet um ein wirtschaftliches Studium mit rechtlichem Know-How absolvieren zu können, was vielleicht früher auch der Fall war. Mittlerweile ist es jedoch eher so das es sich um ein Jusstudium mit wirtschaftlichem Know-how handelt, wobei einem die juristischen Beruf (Anwalt Richter etc.) durch dieses Studium dennoch verwehrt bleiben. Die Fächer wie z.B. ÖWR - Finanzrecht - Europarecht (früher geteilt in 1 und 2, wobei für R&W nur das 2te relevant war) finden mittlerweile mit Jusstudenten gemischt statt - also wird auch das selbe (wie in Jus) geprüft, egal ob man selbst niemals Anwalt werden kann und folglich viele dieser(sehr interessanten aber für R&W unnötigen )Details nutzlos sind, solange man nicht auch noch Jus nebenbei studiert. Jedoch wird immer betont, dass wir R&W Studenten, sowieso nicht das selbe geprüft werden, was sich bis auf Bürgerliches Recht noch nie bewahrheitet hat (ausgenommen Strafrecht und ZGV). Außerdem wird hier erwartet dass man so wie Jus Studenten auf das Studium vorbereitet ist, also in den großen Prüfungen Fälle exakt nach juristischem vorgehen lösen kann, wobei außer in ein paar kleinen Einführungsphasen, dies in R&W niemals geübt wird und teilweise auch die Zeit für eben dieses fehlt, da ja auch noch die wirtschaftlichen Fächer abgeschlossen werden müssen und man dadurch erst gegen ende l zeit zum selbstständigen lernen hat wie in Jus. Gerade jetzt in der Covid-19 Krise bemerkt man außerdem die Rückstände dieser Universität im Fachbereich R&W bzw. JUS. Alle anderen Universitäten schaffen es Online-Vorlesungen abzuhalten oder per Chat etc. die kurse fortzuführen. Hier wiederum schaft es die Uni erst gegen anfang Juni so einen Kurs zu starten. Von Studenten die z.B. derzeit Fianzrecht (PS) belegt haben habe ich mitbekommen dass einfach Hausübungsaufträge für alle Studierenden versendet wurden die für jene zu lösen waren, wobei keine Unterlagen oder Besprechungen von Professorenseite zur Verfügung gestellt worden sind, bis auf ein paar ähnliche Beispiele die teilweise gelöst waren um etwas unter die Arme zu greifen (Vorlesungen konnten nicht durchgeführt werden da es anfangs anscheinend technische Probleme gab die sich dann ganz zufällig bis heute durchziehen). Folglich war es nicht abwägig dass sich die Studierenden gegenseitig geholfen haben und somit viele Aufgaben gleich aussahen, was prompt einen dicken Absatz über Plagiatsverdacht nach sich zog, was jedoch Gott sei dank von der Universität nicht weiter nach verfolgt wurde, da auch diese der Meinung waren, dass in einem Fall bei dem es einfach wenig bis keine Unterlagen vom Kursleiter gibt, sich die Studenten ruhig helfen könnten. Ich glaub mehr muss man nicht erwähnen um darzustellen wie konfus manche THEORIE-Professoren (fast keiner dieser Professoren hat wirklich praktische Erfahrung und weiß wie ihr Lehrbereich in der "echten Arbeitswelt" zum Einsatz kommt) agieren und die Studierenden aus ihrem "Elfenbeiturm der Universität" heraus betrachten und behandeln. Wer also Recht und Wirtschaft studieren will sollte zuerst mit einem Jusstudium anfangen und erst nach den ersten Semestern R&W zusätzlich studiert, da man dadurch 1. sehen kann ob einem das juristische Arbeiten überhaupt zusagt . 2. sich nach den ersten 2-3 Semestern einen Großteil der juristischen Fächer anrechen lassen kann (wobei dies von R&W in das Jusstudium nicht funktioniert dank anderer ECTS verteilung, obwohl fast überall 100% gleiche Inhalte sind) Außerdem sollte man sehr flexibel sein, da immer wieder neue Studienplanänderungen (teils unangekündigt und spontan für den Studierenden) eingeführt werden.

Pro: Lage

Kontra: schlechte Organisation, schlechte Einteilung, Gewichtung schlecht, schlecht organisiertes Curriculum, Kein Praxisbezug, Mehr Jus als ein Wirtschaftsstudium wobei man Jus bis auf eine Rechtsabteilung oder Steuerberater nicht ausüben kann

Chris (26-30)

Karrierestufe: mit Berufserfahrung

Recht und Wirtschaft

Uni Salzburg

Abschluss: Ich studiere noch

Studienbeginn: 2016

Weiterempfehlung: Nein

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Aktuelle Bewertungen des Lehrgangs

Ohne Fachprüfungen wär das Leben so viel einfacher 3.3 / 5.0
Nette familiäre Uni im Herzen Salzburgs 3.0 / 5.0
wenig internationaler Bezug 2.5 / 5.0
Schlecht organisierte LVs und Dozenten 1.5 / 5.0